Die ursprüngliche Idee war genau das Gegenteil.
Heute werden Cargohosen fast ausschließlich durch eines definiert:
Große Taschen.
Je mehr Taschen, desto „funktionaler“ wirken sie.
So haben Cargohosen aber nicht angefangen.
Die ersten Cargohosen tauchten 1938 beim britischen Militär auf.
Überraschenderweise hatten sie keine sechs Taschen.
Sie hatten nicht einmal vier.
Das ursprüngliche Design sah lediglich zwei praktische Taschen vor – eine am Oberschenkel und eine an der Hüfte. Gesäßtaschen gab es gar nicht.
Warum?
Denn das Ziel war nicht, mehr zu tragen.
Es sollte sichergestellt werden, dass die Soldaten schnell an wichtige Ausrüstung gelangen konnten, ohne ihre Bewegungsabläufe ändern zu müssen.
Das Hinzufügen weiterer Taschen hätte zu mehr Gewicht, größerem Volumen und unnötiger Komplexität geführt.
Anders ausgedrückt, der Entwurf fragte nicht:
"Wo sonst könnten wir eine Tasche anbringen?"
Es wurde gefragt:
„Welche Taschen sind eigentlich lohnenswert?“
Im Zuge der Weiterentwicklung von Militäruniformen adaptierten verschiedene Armeen das Konzept.
Amerikanische Fallschirmjäger haben zusätzlichen Stauraum für Luftlandeoperationen geschaffen.
Das französische Militär führte tiefere Seitentaschen ein.
Spätere Designs entwickelten sich schließlich zu dem heute weit verbreiteten Sechs-Taschen-Layout.
Die Philosophie blieb jedoch bemerkenswert konstant.
Jede Tasche musste ihre Existenz rechtfertigen.
Dieses Prinzip beeinflusst auch heute noch eine gute Produktentwicklung.
Erfahrene Designer beginnen selten mit der Entwicklung von Funktionen.
Sie beginnen mit Aufgaben.
Wenn eine Tasche kein reales Problem löst, spielt es keine Rolle, wie beeindruckend sie auf einem Produktdatenblatt aussieht.
Die Funktion ging immer vor dem Aussehen.
Das ist der Grund, warum Cargohosen noch lange nach dem Ende der Schlachten überlebt haben.
Cargohosen wurden wegen ihrer Taschen berühmt.
Sie wurden zeitlos, weil diese Taschen ursprünglich einen Zweck hatten.